Der Mensch – das Krebsgeschwür der Erde

Was macht ein bösartiger Tumor im Körper?

Er wirkt auszehrend. Der Krebs hat einen massiven Energiebedarf. Die Krebszellen gewinnen ihre Energie oftmals durch anaerobe Glykolyse, d.h. die Vergärung von Traubenzucker. Dies ist eine sehr ineffektive Form der Energiegewinnung. Es kommt häufig zu einer Unterzuckerung und Übersäuerung, was wiederum die Freisetzung von Stresshormonen fördert, z.B. Cortisol, Adrenalin, Glukagon. Diese sowie bestimmte Entzündungsmediatoren fördern den Eiweiß- und Fettabbau, was schließlich zur Auszehrung führt.
Die Übersäuerung beeinträchtigt das Körpermilieu erheblich.

Ein bösartiger Tumor wächst destruierend und infiltrierend, d.h. er zerstört das ihn umgebende Gewebe und breitet sich rücksichtslos aus. Er kann eine Druckatrophie hervorrufen, d.h. er bedrängt und schädigt andere Organe. Ein bösartiger Tumor kann zu Gefäßverschlüssen oder zu einem Verschluss von Hohlorganen führen, z.B. zu einer völligen Einengung der Speiseröhre, der Gallenwege oder des Darms. Durch den Verschluss von Venen und Lymphgefäßen können Ödeme entstehen.

Ein bösartiger Tumor ist völlig abgekoppelt von den Regulationsprinzipien des Stoffwechsels, er macht sozusagen, was er will.
Krebs kann zu paraneoplastischen Symptomen führen, d.h. Organe, die normalerweise keine Hormone bilden, werden zur Hormonbildung veranlasst. Dadurch stört der Tumor auch die hormonellen Regelkreise des Körpers.

Die Zellteilungsrate und auch die Zellabbaurate sind bei einem bösartigen Tumor sehr hoch, so dass im Organismus auch vermehrt Stoffwechselgifte wie Ammoniak bzw. Purine anfallen. Dadurch werden auch die Entgiftungsorgane vermehrt beansprucht.

Kann man den Menschen als Krebszelle im Organismus des Planeten Erde ansehen?

Die Parallelen sind offensichtlich – Beispiel: Auszehrung

Ressourcenverbrauch

Der Mensch betrachtet die Erde zumeist als „Ausplünderungsobjekt“, dem man nach Belieben Bodenschätze, Energieträger und andere Ressourcen entnimmt. Aus dem „Living Planet Report 2008“ der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) geht hervor, dass der globale Raubbau an der Erde immer dramatischer wird, die Ressourcen werden immer schneller verbraucht. Die Menschheit lebt drastisch über ihre Verhältnisse.
Die Nachfrage der Menschheit nach den Ressourcen des Planeten übersteigt die regenerativen Kapazitäten derzeit um etwa 30 Prozent. Nach neuesten Zahlen der US-Umweltschutzinitiative Global Footprint Network benötigt die Erde inzwischen 18 Monate, um den Jahresverbrauch der Menschheit zu regenerieren. Laut dem Netzwerk ist das ökologische Defizit in den verschiedenen Ländern unterschiedlich groß. Wenn alle Erdbewohner wie ein Durchschnittsamerikaner leben würden, bräuchte es demnach fünf Planeten, um den Verbrauch an Nahrung und Strom wieder gutzumachen. Beim Durchschnittseuropäer sind es immer noch zweieinhalb Erden. Die globale Wirtschaftskrise hat den weltweiten Ressourcenverbrauch und die Umweltzerstörung kaum gebremst. Seit 1986 lebt die Menschheit über ihre Verhältnisse, gemessen am ökologischen Fußabdruck.

Der Krebs verbraucht viel Energie, nützt diese aber sehr unökonomisch. Die Parallelen zur Menschheit sind offensichtlich, wobei es auf der Erde riesige Unterschiede gibt. Ein Sechstel der Erdbevölkerung verbraucht genauso viel Energie wie der Rest der Welt, ein US-Bürger hat etwa den 50-fachen Energiebedarf eines Bangladeschers. Würde ein US-Amerikaner gleich viel Energie verbrauchen wie ein Deutscher, würde der weltweite Energieverbrauch um 10 Prozent sinken. Insgesamt verbrauchte die Menschheit im Jahr 2003 drei Viertel mehr Energie als noch vor dreißig Jahren.

Meere werden immer stärker überfischt

Aus dem Weltfischereireport 2009 der FAO geht hervor, dass die Meere immer stärker überfischt werden. Rund 80 Prozent der Fischbestände in den Weltmeeren sind überfischt oder werden bis an die Grenzen ausgebeutet – mit steigender Tendenz.

Keine der mittleren oder großen Fischereinationen hält sich an die vereinbarten Fangrichtlinien. Die Fänge auf den Weltmeeren sind bereits rückläufig, es ist davon auszugehen, dass spätestens bis zum Jahr 2050 alle Fischbestände in den Weltmeeren ausgerottet sein werden. Trotz dieser prekären Situation wird immer noch empfohlen, aus gesundheitlichen Gründen den Fischverzehr zu steigern. Der gesundheitliche Nutzen der Fisch-Omega-3-Fettsäuren ist höchst umstritten und keineswegs in überzeugender Weise nachgewiesen. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum wohlgenährte Mitteleuropäer und Nordamerikaner auch noch vermehrt Fisch essen sollten und damit denjenigen Menschen den Fisch wegnehmen, die vielleicht tatsächlich auf ihn angewiesen sind. Wer glaubt, dass Fischfarmen das Problem der Überfischung lösen könnten, dem sei gesagt, dass für die Aufzucht eines Kilo Zuchtlachses 3,8 kg wild gefangener Fisch verfüttert werden. 20 Mio. Tonnen Wildfische wurden 2006 zu Fischmehl verarbeitet.

Die Ausplünderung der Meere geschieht ohne Notwendigkeit und ist ein Beispiel für die bösartige Egozentrik reicher Nationen.

Selbst vor Fröschen macht der Mensch nicht Halt. Ende Januar 2009 erschien in „Spiegel online“ die Meldung, dass die Menschheit jährlich bis zu einer Mrd. Frösche vertilgt, weshalb deren Populationen sehr stark sinken und das Überleben vieler Arten in Gefahr ist.

Der Krebs wächst infiltrierend und zerstörend

Am 1. Juli 2008 wurde auf n-tv.de berichtet, dass die Abholzung der Tropenwälder ungebremst voranschreitet. In den Jahren von 2000 bis 2005 verschwanden insgesamt 27 Mio. Hektar Regenwald von der Erdoberfläche. Besonders verheerend ist die Situation in Brasilien.

Die Menschheit zerstört zunehmend die Lebensräume anderer Lebewesen.
Derzeit ist das größte Artensterben seit dem Verschwinden der Dinosaurier zu beobachten. Anlässlich des Internationalen Tags des Artenschutzes am 3. März 2009 wurde vom WWF berichtet, dass 1141 der 5488 bekannten Säugetierarten auf der Roten Liste stehen, bei den Amphibien ist gar jede dritte Art bedroht. Die Hauptgründe für das Artensterben sind durchweg vom Menschen verursacht: Klimawandel, Raubbau und Wilderei, Übernutzung und Lebensraumzerstörung.
Die landlebenden Wirbeltierbestände haben zwischen 1970 und 2005 um 33 Prozent abgenommen, die marinen Arten gingen um 14 Prozent zurück, Süßwasserarten im gleichen Zeitraum um 35 Prozent.

Krebs schafft ein ungutes Körpermilieu

Immer mehr Abfälle treiben in den Ozeanen, der Müllstrudel zwischen Kalifornien und Hawaii ist auf die Größe Mitteleuropas angewachsen. Dort bewegt sich ein rund 3 Mio. Tonnen schwerer Plastikteppich als gigantischer Wirbel träge im Uhrzeigersinn. Der britische Biologe Richard Thompson konnte nachweisen, dass am Strand um Plymouth in Großbritannien 5 – 10 Prozent des Sandes aus Plastikteilen bestehen. Die Meeresschutzorganisation Oceana schätzt, dass weltweit jede Stunde rund 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden. Die Hälfte davon ist aus Plastik.

Im Februar 2008 erschien in „Spiegel online“ ein Artikel mit dem Titel: „Die Seuche Mensch hat die Weltmeere befallen“. Forscher der Universität von Kalifornien hatten einen Atlas der menschlichen Einflussnahme auf das Meer erstellt. Nur noch 4 Prozent der Weltmeere sind von den Folgen menschlichen Handelns unberührt. Neben dem Problem der Überfischung und des Mülls gibt der Zustand der Korallen Anlass zur Sorge. Schon fast die Hälfte ist extrem geschädigt. Auch die Mangrovenwälder in Flussmündungsgebieten sind erheblich von menschlichen Eingriffen betroffen.

Meereswissenschaftler beobachten, dass es durch den Klimawandel zu einer Ausbreitung der Todeszonen in den Ozeanen kommt. Der steigende Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre lässt die Ozeane versauern, wodurch vor allem kalkbildende Lebewesen wie Muscheln, Krebse etc. gefährdet sind. Das CO2 wirkt wie ein Dünger an der Meeresoberfläche, wodurch das Plankton in den Meeren immer kohlenstoffreicher wird. Beim Abbau des Planktons wird aber umso mehr Sauerstoff verbraucht, was zu einer starken Abnahme der Sauerstoffkonzentrationen im Meer führt.

Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz im Dezember 2009 in Kopenhagen haben 26 renommierte Klimawissenschaftler einen Synthesebericht zum Klimawandel publiziert, die sogenannte „Kopenhagen-Diagnose“. Die Autoren des Berichts kommen zu dem Schluss, dass verschiedene Aspekte des Klimawandels früher und stärker eintreten als noch vor wenigen Jahren vermutet. Sowohl der grönländische als auch der antarktische Eisschild verlieren zunehmend an Masse und bringen den Meeresspiegel zum Ansteigen. Das arktische Meereis schwindet deutlich schneller, als nach den Vorausberechnungen zu erwarten war. 2008 wurden rund 40 Prozent mehr Kohlendioxid aus fossilen Quellen freigesetzt als 1990.

Aus dem Bericht geht hervor, dass die globalen Emissionen in spätestens fünf bis zehn Jahren ihren Gipfel überschritten haben und anschließend schnell abnehmen müssen, um schlimmste Auswirkungen des Klimawandels zu vermeiden. Die Emissionen von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen müssten noch in diesem Jahrhundert fast auf Null gesenkt werden.

Allen Klimaschutzbemühungen zum Trotz sind die weltweiten Kohlendioxidemissionen allein in diesem Jahrzehnt um 29 Prozent angewachsen. Selbst im Krisenjahr 2008 haben die Emissionen um zwei Prozent zugenommen.

Das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends war in Deutschland das wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Die Welt-Meterologie-Organisation hatte bereits festgestellt, dass das erste Jahrzehnt das bisher wärmste weltweit gewesen ist.

Auch hier wieder Parallelen zum Krebs: Der Tumor verändert das Körpermilieu und führt vor allem zu einer Übersäuerung des Organismus.

Umweltverschmutzung

Die Top Ten der Umweltverschmutzung nach Angaben der Umweltorganisation Green Cross und des Blacksmith Institute aus den USA:

Platz 10: Recycling von Batterien
Platz 9: Städtische Luftverschmutzung
Platz 8: Ungeklärte Abwässer
Platz 7: Radioaktive Abfälle und Abfälle aus dem Uranbergbau
Platz 6: Metallschmelzen und -verarbeitung
Platz 5: Industrieller Bergbau
Platz 4: Schadstoffe in der Innenraumluft
Platz 3: Verseuchtes Grundwasser
Platz 2: Verseuchte Oberflächengewässer
Platz 1: Goldabbau mit primitivsten Mitteln

Zu Platz 1

Es ist meist nicht bekannt, dass die lokal Goldgewinnung zu den gefährlichsten Quellen für Umweltgifte gehört. Etwa 10 – 15 Mio. Menschen versuchen Gold dadurch zu gewinnen, das sie goldhaltigen Schlick mit Quecksilber versetzen. Das Quecksilber bindet das Gold, durch anschließendes Erhitzen verdampft das Quecksilber, und nur das Gold bleibt übrig. Dadurch werden natürlich riesige Mengen hochgiftigen Quecksilbers eingeatmet bzw. in die Atmosphäre verteilt. Etwa 30 Prozent aller von Menschen verursachten Quecksilberemissionen entstehen auf diese Art und Weise.

Zu Platz 7

Die meisten Atomkraftwerke werden mit Uranbrennstäben betrieben, die nach ihrer Verwendung hochradioaktiv sind. Seit die Menschheit Atomkraftwerke zur Energiegewinnung nutzt, haben sich etwa 300.000 Tonnen hochradioaktiven Materials angesammelt. Dieser Berg wächst jährlich um über 10.000 Tonnen.

Hormonwirkungen

Ein Tumor kann die Hormonregulation des Stoffwechsels massiv stören, indem er z. B. eine vermehrte Bildung von Hormonen veranlasst, auch in Organen, die keine Hormondrüsen sind.

Mittlerweile ist bekannt, dass der Mensch mindestens 200 Chemikalien in die Umwelt aussetzt, die eine hormonelle Wirksamkeit besitzen. Die tatsächliche Zahl liegt vermutlich noch sehr viel höher, da eine solche Hormonwirkung meist nur zufällig entdeckt wird. Zu den hormonell wirksamen Chemikalien gehören z.B. Alkylphenole in Körperpflegemitteln und Industriewaschmitteln. Weitere Stoffgruppen sind: chlorierte Verbindungen, verschiedene Pestizide, Weichmacher, Tributylzinn, Ethinylestradiol aus der Pille etc. Viele Umweltchemikalien mit hormoneller Wirkung sind nur schwer abbaubar. Da sie eher fettlöslich sind, werden sie vom Organismus nur in geringen Mengen wieder ausgeschieden und reichern sich im Fettgewebe an. Manche Umweltchemikalien können um das 10- bis 10.000-fache angereichert sein. Durch hormonaktive Chemikalien kommt es zu Fortpflanzungsstörungen bei Wildtieren. Bei marinen Arten wurde eine Vermännlichung bis hin zur Sterilität beobachtet, z.B. bei Regenbogenforellen und Meeresschnecken.

Pharmazeutika in der Umwelt

In Deutschland sind derzeit 600 Substanzen in Tierarzneimitteln und 3000 Wirkstoffe in Humanpharmazeutika zugelassen. Pharmaka werden über das geklärte Abwasser aus Haushalten und Krankenhäusern in die Oberflächengewässer eingelassen. Veterinär- und Humanpharmaka gelangen aber auch über Jaucheausbringung bzw. über Klärschlamm auf landwirtschaftlich genutzt Böden, von wo aus sie auch ins Grundwasser gelangen können. Bisher wurde in verschiedenen Ländern das Auftreten von ca. 89 unterschiedlichen Arzneimitteln und deren Metaboliten nachgewiesen, wobei die Konzentrationen in Oberflächengewässern bei bis zu 100 ng/ l liegen. Arzneimittelstoffe wie Lipidsenker, Schmerzmittel, Antibiotika und Antiepileptika sind in Gewässern weit verbreitet. Im Juli 2008 wurde gemeldet, dass 10 Wirkstoffe sogar schon mehrfach im Trinkwasser nachgewiesen wurden, darunter der Blutfettsenker Bezafibrat, das Rheumamittel Diclofenac, das Schmerzmittel Ibuprofen, Röntgenkontrastmittel u. a. Verbesserte Analysemethoden werden künftig wohl Rückstände weiterer Arzneien zutage fördern.

Pestizide

Der Pestizidweltmarkt beziffert sich derzeit auf rund 52 Mrd. US-Dollar, ist also ein gewaltiger Wirtschaftsfaktor. Sechs große Firmen dominieren diesen Markt mit einem gemeinsamen Marktanteil von rund 80 Prozent. Die Anzahl der jährlichen Pestizidvergiftungen wird auf 3,5 bis 5 Mio. Fälle geschätzt, von denen 20.000 – 40.000 tödlich enden. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass Pestizidvergiftungen für 14 Prozent aller berufsbedingten Erkrankungen und für 10 Prozent aller Todesfälle in der Landwirtschaft verantwortlich sind. Schwerwiegende Gesundheitsprobleme werden auch dadurch hervorgerufen, dass in Entwicklungsländern bzw. in Armutsregionen vor allem ältere und deshalb billigere und giftigere Mittel zum Einsatz kommen.

Das Wasser ist häufig mit Pestiziden belastet, in Frankreich finden sich in fast allen Oberflächengewässern und in zwei Dritteln aller Grundwasserproben Pestizide. In Deutschland fanden 38 Prozent der heimischen Trinkwasserversorger Pestizide in den Grund- und Oberflächengewässern, die als Rohwasserressource zur Trinkwassergewinnung genutzt werden. Bezogen auf die Ackerfläche betragen die Pestizidkosten 100 bis 160 Euro pro Hektar; um die Pestizide wieder aus dem Wasser zu entfernen, muss man zusätzlich 152 Euro pro Hektar aufwenden.

Im September 2008 wurde gemeldet, dass der Kontakt mit Pestiziden bei Männern das Risiko erhöht, an Morbus Parkinson zu erkranken (2,4-fach höhere Wahrscheinlichkeit).

Wüstenbildung

Nach dem UN-Bericht zur Wüstenbildung 2007 bedroht die Ausbreitung der Wüsten rund ein Drittel der Weltbevölkerung. Rund 2 Mrd. Menschen sind potenziell von der Wüstenausbreitung betroffen. Die Ausbreitung der Wüsten könnte in den kommenden 10 Jahren bis zu 50 Mio. Menschen zu Flüchtlingen machen.